Sämiges Kürbis-Paprika-Gulasch: Mein Rezept fürs vegane Weihnachtsessen

Vegane Ernährung an Weihnachten bedeutet mehr als nur die Beilagen zu essen. Ich verrate dir heute mein Lieblingsrezept für ein sämiges Kürbis-Paprika-Gulasch, mit dem Du die ganze Familie beim Festessen begeisterst.


In wenigen Tagen ist es wieder so weit, der Höhepunkt der Weihnachtstage steht vor der Tür: Heiligabend. Die Weihnachtsvorbereitungen sind noch in vollem Gange, wir erledigen eifrig letzte Besorgungen und auch die festlich leuchtende Dekoration erstrahlt bereits vielerorts und lässt auch uns Erwachsene wieder wie kleine Kinder staunen. Überall funkeln die farbenprächtigen Lichter und erinnern uns dabei mit ihrem Strahlen auch ganz subtil an die ursprüngliche Bedeutung der Tage rund Weihnachten, noch bevor die christliche Kirche bei diesen Festtagen ein Wörtchen mitreden wollte: Die Rückkehr des Lichts nach der Wintersonnenwende.



Die Frage aller Fragen: "Was gibts zu essen?"


Doch genug der Historie, schließlich geht es in diesem Beitrag ja immerhin um das wohl am heißesten diskutierte Thema in der jährlichen Weihnachtsplanung: Was kommt denn nun am Heiligabend auf den Tisch?


Die meisten von uns verbringen die Weihnachtstage mit der Familie. Etwas zu finden, dass beim traditionellen Weihnachtsessen allen schmeckt, klingt auf den ersten Blick nach keinem großen Aufwand. Trotzdem stellt es sich dann aber oftmals als schier auswegloses Unterfangen dar.

Meine Familie ist von mir als veganem Ernährungsberater zwar mittlerweile viel gewöhnt, aber gerade wenn ein Veganer an den Weihnachtsfeiertagen mit an der Festtafel sitzt, scheint beim Großteil der Familie die Bereitschaft für Neues besonders klein und die Fleischeslust besonders groß zu sein.


„Wir haben das ja schon immer so gemacht, an Weihnachten gehört nun einmal einfach XYZ auf den Tisch!“

Von veganer Ernährung hält man sowieso nicht allzu viel. Der gute Onkel Hans winkt in der Planung schon ab, denn er „braucht etwas Gescheites“, und auch die liebe Schwester „mag Salat ja gern, aber nicht an Weihnachten“. So stehen wir hier vor der Herausforderung ein „gescheites, deftiges veganes Weihnachtsessen“ auf den Tisch zu bringen. Wärmend muss es sein in der kalten Zeit, und sättigend natürlich. Mit welchem Rezept können wir es also schaffen, die kritische Familie zu begeistern?





Das Zauberwort heißt Gulasch.

Gulasch ist eine Art Ragout, bei dem Paprika und Zwiebeln eine nicht unwesentliche Rolle spielen. In der veganen Variante lässt sich ein Gulasch ganz variabel zubereiten. Als Hauptzutat eignen sich neben Zwiebeln vor allem Kürbis und Süßkartoffeln, denn diese machen die Sauce durch langes Schmoren richtig sämig. Auch Soja-Würfel lassen sich vor allem aufgrund ihrer Konsistenz prima verarbeiten.


Im Folgenden möchte ich mit Dir gerne eines meiner absoluten Lieblingsrezepte teilen. Es kam bei mir bereits letzte Weihnachten auf den Tisch und auch meine nicht-vegane Familie konnte nicht lange die Finger davon lassen.



Sämiges Kürbis-Paprika-Gulasch mit Semmelknödeln


Zutaten für das Gulasch (4 Personen)

  • ½ Hokkaido- oder Butternut Kürbis

  • 1 Süßkartoffel

  • 1 rote Paprika

  • 3-4 große Zwiebeln

  • 5 EL Paprikapulver

  • 2 EL Tomatenmark

  • 2 Lorbeerblätter

  • Salz & Pfeffer

  • 1/2 Zitrone

  • 1 L Gemüsebrühe

  • 100 ml pflanzliche Kochcreme/Sahne


Zubereitung:

20 min. Zubereitungszeit  / 90 min. Kochzeit

  1. Den Kürbis schälen, mit einem Löffel die Kerne entfernen, in Würfel schneiden und beiseite stellen. Tipp: Einen Hokkaido muss man nicht schälen, den Butternut dagegen schon

  2. Süßkartoffel schälen und ebenso in Würfel schneiden. Die Paprika entkernen und in Streifen schneiden.

  3. Die grob geschnittenen Zwiebeln im Öl glasig dünsten. Denke dabei an einen ausreichend großen Topf.

  4. Zu den glasigen Zwiebeln Tomatenmark und Paprikapulver hinzugeben und für etwa 30 Sekunden ohne Flüssigkeit bei anrösten. Das ganze mit einem kleinen Teil der Gemüsebrühe aufgießen und kräftig rühren sodass sich der Satz mit den Röstarmomen vom Topfboden löst.

  5. Anschließend Kürbis- und Süßkartoffelwürfel sowie Paprikastreifen und Gewürze hinzugeben und den Topf mit der restlichen Gemüsebrühe auffüllen, bis alle Zutaten mit Flüssigkeit bedeckt sind.

  6. Das Gulasch etwa 1,5 Stunden bei offenem Deckel auf mittlerer Hitze kochen lassen und bei Bedarf Wasser nachfüllen. Umso länger es kocht, umso sämiger wird es. Am Ende das Gulasch nochmals nach Belieben abschmecken und die pflanzliche Kochcreme unterrühren.

Mein Tipp: Wer das Gulasch gerne mit Stückchen mag, hebt sich die Hälfte der Kürbisstücke auf und gibt diese erst circa 30 Minuten vor Ende der Kochzeit zum Gulasch hinzu, denn dann zersetzen diese sich nicht komplett und man hat ein bisschen Biss dabei. Auch Soja-Würfel eignen sich hierfür sehr gut, diese werden einfach scharf angebraten und dann direkt zu Beginn mit ins Gulasch gegeben.


An diesem Grundrezept mag ich besonders, dass die Mengen der Zutaten variabel sind. Egal welchen Anteil an Süßkartoffeln, Paprika oder Kürbis man dafür wählt, es wird so und so ein richtig cremiges, leckeres Gulasch. Je länger das Paprikapulver dabei mit angeröstet wird, desto mehr würzige Röstaromen finden sich im Gericht. Allerdings sollte man es damit nicht übertreiben, da die Grenze zum „verbrannten Geschmack“ hier fließend ist. Die Pflanzen-Kochcreme wird abschließend verwendet, um die Schärfe des Paprikapulvers etwas zu neutralisieren und den Geschmack des Gerichts weicher zu gestalten.


Als Beilagen gibt es zahlreiche Möglichkeiten. Ich selbst mag dazu am liebsten Semmelknödel. Aber auch Nudeln oder Nockerl (Spätzle) passen gut zum Kürbis-Paprika-Gulasch.



Zutaten für fluffige Semmelknödel (4 Personen)

  • 600g Semmelwürfel oder Brötchen vom Vortrag

  • 2 Zwiebel, fein gehackt

  • 350 ml Pflanzenmilch

  • 5 EL Sojamehl

  • 6 EL Petersilie fein gehackt

  • Salz & Pfeffer

  • 1 Prise Muskat


Zubereitung

10 min. Zubereitungszeit  / 20 min. Ruhezeit / 40 min. Kochzeit

  1. Etwas Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und den Zwiebel darin glasig andünsten.

  2. Die Brötchen zu kleinen Würfeln schneiden und in einer großer (!) Schüssel mit 2 EL Olivenöl, Sojamilch, Sojamehl, Prise Muskat und Salz vermengen.

  3. Die Zwiebelstücke und die gehackte Petersilie zu der Knödelmasse geben und gut durchkneten – Die Knödelmasse dann für 20 Minuten ziehen lassen.

  4. In einem Topf reichlich Salzwasser zum Kochen bringen. In der Zwischenzeit mit feuchten Händen etwa 10 gleichmäßig große Knödel formen.

  5. Die Knödel in das siedende Wasser geben und cira 15 Minuten bei geringer Hitze ziehen lassen, das Wasser sollte nicht mehr kochen.


Falls etwas übrig bleibt, schmeckt das Gulasch an den Feiertagen übrigens aufgewärmt sogar fast noch besser als frisch zubereitet. Auch das Einfrieren ist ohne weiteres möglich. Man freut sich ja schließlich immer, wenn man ein leckeres Gulasch genießen kann ohne es frisch kochen zu müssen.



Vegan an Weihnachten - so gelingt´s in Frieden


Vegane Ernährung an Weihnachten bedeutet viel mehr, als nur in Stille die Beilagen vom Weihnachtsbraten zu essen. Lasst uns mit gutem Beispiel voran gehen und etwas richtig leckeres auf den Tisch stellen, das neugierig auf die vegane Küche und Lust auf mehr macht. Ein gelungenes Festmahl für alle eben - natürlich tierleidfrei. Denn was vielen Menschen und vor allem den Kindern am Fest der Liebe leider nicht bewusst ist: Die Gans auf dem Teller wurde nicht liebevoll zu Tode gestreichelt.


Eine leckeres veganes Weihnachtsessen für die ganze Familie auf den Tisch zu stellen ist am Weihnachtsabend allerdings tausend mal mehr Wert, als der Versuch zu missionieren. Nur so können wir als Veganer mit gutem Beispiel vorangehen und unsere Familie und Freunde inspirieren.


Vegan essen, der gute Onkel Hans „könnte das zwar nie“, aber dennoch ist sein Teller mit dem zuvor skeptisch beäugten veganen Gulasch nun ratzeputz leer - und Nachschlag möchte er auch noch.



Wir wünschen uns doch auch zu Weihnachten alle

nichts mehr als Gesundheit, oder?


Gesundheit kann man sich nicht kaufen. Man kann aber selbst etwas dafür tun, indem man an mehr Bewegung in sein Leben integriert, sich Zeiten der Entspannung und Ruhe gönnt und vor allem auch auf eine gesunde Ernährung achtet.


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Ich wünsche dir frohe Weihnachten,

Dein Sebastian

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