Gesünder essen im Alltag: Wie du mit einem kleinen Trick deinen Appetit auf Gemüse steigerst


Ohne große Mühe im Alltag gesünder essen, ganz einfach, indem du mit einem kleinen Trick deine Gedanken überlistest – das klingt zu schön um wahr zu sein, oder?


Mittlerweile finden wir auf nahezu jedem Lebensmittel Nährwertangaben. Überall begegnen uns Richtlinien und Empfehlungen zu gesunder Ernährung. Theoretisch wissen wir also alle, wie eine gesunde Ernährung funktioniert. Im Grunde genommen scheitert die praktische Umsetzung meist an einem Punkt: Viel Gemüse essen - und das am besten noch möglichst abwechslungsreich. Für ihre innige Brokkoli-Liebe sind die Deutschen nämlich bisher kaum bekannt.


Obst und Gemüse kommen in Deutschland deutlich seltener auf den Tisch, als von den Fachgesellschaften empfohlen. Täglich mindestens 3 Portionen Gemüse und 2 Portionen Obst lautet die Verzehrempfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), was etwa rund 400g Gemüse und 250g Obst entspräche. Dabei essen nur etwas mehr als ein Drittel der Deutschen überhaupt täglich eine einzige Portion Gemüse. Dabei kann der regelmäßige Konsum von Gemüse und Obst laut zahlreichen Studien nicht nur das Risiko für Krebs und Herz-Kreislauf-Krankheiten senken, sondern auch den allgemeinen Gesundheitszustand sowie das Energielevel deutlich verbessern. Trotz des vorhandenen Wissens um eine gesunde Ernährung schaffen es viele Menschen nicht, die sowieso niedrig angesetzten Empfehlungen der DGE auch nur annähernd zu erreichen. Sogar unter Veganern herrschen nicht selten noch Probleme, ausreichend Gemüse in den Ernährungsalltag zu integrieren – auch wenn dies im Durchschnitt schon deutlich besser gelingt als bei den Mischköstlern.


Wir können also festhalten: Das bloße Wissen um gesunde Ernährung hilft uns hier nicht zwangsläufig weiter. Wie lautet noch gleich ein altbekanntes Zitat von Goethe? „Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden“. Aber wie man sein theoretisches Wissen rund um eine gesunde Ernährung denn nun auch in der Praxis umsetzt, das kann uns auch Goethe nicht verraten.



Eine Lösung kommt aus den USA


Die US-amerikanische Psychologin Alia Crum fasst das diesbezügliche Problem unserer Gesellschaft etwa wie folgt zusammen:

„Unsere gegenwärtige kulturelle Herangehensweise an gesunde Ernährung konzentriert sich rein auf die gesundheitlichen Auswirkungen – und vernachlässigt dabei völlig den Geschmack. So entsteht der Eindruck, gesundes Essen sei nicht lecker."

Kein Wunder also, dass viele von uns Probleme haben, die täglich empfohlene Menge von Gemüse zu konsumieren – wir denken häufig: Gesund, das kann doch nicht schmecken. Mit ihrer Aussage liegt die amerikanische Psychologin daher tatsächlich gar nicht mal so falsch. Denn wenn du als Kind das Pech hattest, das ungewürzte und totgekochte Grünzeug auf deinem Teller mit der Begründung „weil es gesund für dich ist“ aufessen zu müssen, dann weißt du genau wovon sie spricht.


Crum und ihre Kollegen der Stanford University in Kalifornien begannen bereits vor einigen Jahren mit ihren Forschungen zu diesem Thema. Ihr Ziel dabei war es dabei herauszufinden, wie wir eine gesunde Ernährung im Alltag für uns attraktiver gestalten können – und das mit möglichst geringem Aufwand.


Um einer möglichen Lösung dieser Fragestellung auf die Spur zu kommen, genügt es, sich einmal die Speisekarten einiger Restaurants anzusehen. Was nehmen wir beim Lesen der jeweiligen Menüs wahr? Finden wir auf der Speisekarte des hervorragenden Italieners etwa eine „Pasta mit Gemüsesoße“? Nein, sicherlich nicht. Uns erwartet dort wohl eher eine „Pasta nach Art des Hauses, mit knackig angebratenem Gemüse der Saison und frischen italienischen Kräutern“.

Das klingt schon gleich ganz anders, oder? Dabei macht sich selbst mir beim Tippen dieser Zeilen ein leichter Appetit auf die italienische Pasta bemerkbar. Ich bin mal kurz in der Küche.

Liegt darin also etwa das Geheimnis, in der Benennung der Gerichte? In der Verwendung ausschmückender und appetitanregender Bezeichnungen für häufig doch recht simple Speisen?


Wenn auf einer Speisekarte „Pasta mit Gemüsesoße“ steht, regt das kaum unseren Appetit an.

Die amerikanischen Forscher rund um Crum tüftelten für ihre aktuelle Studie an Benennungen für Gerichte, die sich auf die vielfältigen Geschmacksrichtungen in den Speisen konzentrierten. Außerdem verwendeten sie in der Speisenbezeichnung Wörter, die die Erwartung eines positiven Genusserlebnisses bei den Testessern weckten.

Testgebiet für die Studie waren die Kantinen von fünf großen Universitäten in den vereinigten Staaten, die in ihren Einrichtungen die Ernährung gesünder gestalten wollten. Studenten als diejenige Altersgruppe, die in den USA den nachweislich geringsten Gemüseverzehr aufweist, waren für die Forscher von besonderem Interesse. Während der Durchführung der Studie konnten die Studenten ihre Speisen in den jeweiligen Kantinen wie gewohnt wählen, es bestand nur ein einziger Unterschied: Entweder hatten die angebotenen Gerichte neutrale Namen, oder aber es wurden im Namen zusätzliche Informationen bezüglich Gesundheitswert oder Geschmack des Gerichts angegeben. Insgesamt wurden so in dieser Studie 137.842 Essensentscheidungen innerhalb von 185 Tagen erfasst.



Ein erstaunliches Ergebnis


Tatsächlich veranlassten die teils auch etwas zu dick aufgetragenen Namen die Studenten dazu, insgesamt zu 29% häufiger zum Gemüsegericht zu greifen. Die Gerichte, deren Name mit geschmacksorientierten positiven Adjektiven (wie zum Beispiel „scharf angebratene, herzhaft gewürzte Champignons“) versehen war, übertrafen die Speisen mit neutralen Bezeichnungen also deutlich in ihrer Beliebtheit. Grund dafür war laut den Studienleitern die gesteigerte Erwartungshaltung der Studenten hinsichtlich eines positiven Geschmackserlebnisses. Die Psychologie hinter der Wortwahl sowie konkrete, geschmacksorientiere Adjektive in der Benennung sind also das Geheimnis, warum wir die „Pasta mit knackig angebratenem Gemüse der Saison und frischen italienischen Kräutern“ sofort verzehren würden, während die „Pasta mit Gemüsesoße“ wohl bei den meisten auf ein gleichgültiges Achsenzucken stößt.


So hilft dir diese Erkenntnis in deinem Ernährungsalltag


Nun können wir dieses Studienergebnis aber nicht nur bei unserem nächsten Restaurantbesuch im Hinterkopf behalten, wenn dort vielleicht ein bestimmtes Menü besondere Gelüste bei uns weckt. Viel wichtiger ist, dass wir uns diese Erkenntnis vor allem auch ganz leicht in unserem eigenen Ernährungsalltag zu Nutze machen können, um uns zuhause mit Leichtigkeit gesünder zu ernähren.


Eine Möglichkeit besteht beispielsweise darin, dir einen eigenen Wochenplan für deine Küche zu gestalten: Eine selbst kreierte Speisekarte für deine Woche, die nicht mit Adjektiven geizt und dabei alle Sinne anspricht. Der Fokus deiner Wahrnehmung liegt dann nicht mehr alleine auf dem gesundheitlichen Wert der verwendeten Lebensmittel, sondern vor allem auch auf dem guten Geschmack der von dir gezauberten Gerichte.

Die übergebliebenen Karotten von letzter Woche finden sicherlich eher eine Verwendung in deiner Küche, wenn am Montag auf deiner Menükarte eine „würzig-cremige Möhrensuppe“ steht, als wenn du dir denkst „Mh, diese Woche gibt’s wohl noch irgendwas mit Karotten“. Ich muss gerade beim Schreiben sehr schmunzeln, denn mir kommt das sehr bekannt vor.

Ein selbstgeschriebener Wochenplan bietet dir noch weitere Vorteile: Du planst damit nicht nur im Vornherein gleichzeitig deinen Einkauf für die kommende Woche und sparst dadurch eine Menge Zeit, mit einem fixen Menüplan gibst du außerdem auch beim Gang durch den Supermarkt den ein oder anderen Euro weniger aus, da du nun ja genau weißt, was du für die Woche einkaufen möchtest.


Den größten Vorteil einer selbst kreierten Speisekarte kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen: Beim Anblick deines eigenen Menüplans wirst du es bereits kaum erwarten können, dein nächstes leckeres Gericht zuzubereiten – und dabei dann kaum bemerken, dass du auf einmal durch diesen kleinen Trick deutlich mehr Gemüse isst als zuvor.


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